Klimafasten 7. Woche

Woche 7: 1.4.–5.4.2026

Gesegnet. Bereichert.

Vom Segen und von der Verantwortung

„Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.“ So segnet Gott Abraham ganz am Anfang seiner Reise im 1. Buch Mose. Gesegnet bricht er auf in sein neues
Leben. Gesegnet, bereichert. Gott gibt ihm damit auch die Verantwortung: Du sollst ein Segen sein.

 

Gen 12, 2b

Gesegnet zu sein ist ein Geschenk, ein Segen zu sein eine große Verantwortung. So wie Abraham sind auch wir gesegnet und sollen ein Segen sein. Wenn wir den Segen als Auftrag verstehen, folgen daraus Mitgefühl, Fairness und der Einsatz für das Gemeinwohl, besonders für die Schwachen und Hilfsbedürftigen. So wird Gottes Gnade konkret sichtbar in Taten der Nächstenliebe, der Friedensförderung und der Bewahrung der Schöpfung. Segen geht Hand in Hand mit der Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen.

 

Die Aktion „Klimafasten“ hat in den vergangenen Wochen dazu angeregt, Veränderungen zu erleben und selbst zu gestalten.

Wir möchten dazu einladen, diesen Wandel in den Segen Gottes zu stellen und die Verantwortung, die damit einhergeht, als Segnung zu spüren.

Das Osterfest liegt vor uns, das Fest der Auferstehung und die Hoffnung auf den Neuanfang.

Der Ostersegen spannt den Segen über mich und mein Leben, hinaus in die Welt, in unser gemeinsames Haus.

So können wir die Impulse der Veränderung mitnehmen in die Zeit nach Ostern, in unseren Alltag, in unsere Gemeinschaft, in unsere Gesellschaft.

 

IN DIESER WOCHE

Will ich den Ostersegen bewusst wahrnehmen.

Überlege ich, wie ich ein Segen für andere sein möchte.

Schreibe ich eine Liste oder gestalte ein Bild, was ich aus

der Fastenzeit mit in meinen Alltag nehme, um ein Segen zu sein.

 

Klimafasten 6. Woche

Woche 6: 25.3.–31.3.2026

Glückselig. Liebevoll.

Mit allen Sinnen wahrnehmen. Offen, sinnlich, empfänglich.

Mit eindrucksvollen Bildern wird die Schöpfung als Braut beschrieben. „Wie schön ist deine Liebe, meine Braut! Wie viel köstlicher ist deine Liebe als Wein und der Duft deiner Salben als alle Balsamöle! Honig träufeln deine Lippen, meine Braut. Honig und Milch ist unter deiner Zunge, und der Duft deiner Gewänder gleicht dem Duft des Libanon.“

Hohelied 4,10-11

Sinnlichkeit, Genuss und Verbundenheit sind der Bibel nicht fremd. Im Gegenteil. In Momenten sinnlicher Erfüllung werden Menschen offen und achtsam und entwickeln einen liebevollen Blick auf ihre Umwelt. Wer liebt, sieht die Welt und das eigene Umfeld mit anderen Augen, entdeckt Sinn, Möglichkeiten, Schönheit und jede Menge buntes, schützenswertes Leben.

In einer zunehmend digitalisierten Welt kommen uns konkrete sinnliche Erfahrungen abhanden. Die Berührung eines Touchscreens ist nicht zu
vergleichen mit der Berührung von Tierfell, Baumblättern, einem Brotlaib oder menschlicher Haut. Wir Menschen brauchen sinnliche Erfahrungen wie
Essen und Trinken. Sie sind lebensnotwendig und öffnen gleichzeitig ein Tor zur Spiritualität. Das Hohelied spricht von einer Sinnlichkeit, in der die Liebe
zum Gegenüber in eine liebevolle Zugewandtheit zur Umwelt überfließt. Der liebevolle Blick verändert die Weltsicht nachhaltig.

 IN DIESER WOCHE

Schwelge ich in sinnlicher Erfahrung, esse ich ein Stück Obst ganz langsam, lausche dem Wind in den Bäumen, rieche an einer Baumrinde, genieße eine liebevolle Umarmung im Einvernehmen.

Versuche ich, mein Umfeld liebevoll anzuschauen, von Herzen ohne Wertung.

Möchte ich eine Mahlzeit achtsam und genussvoll einnehmen und dazu noch jemand einladen, denn geteilter Genuss ist doppelte Freude.

 

 

 

 

Auf unserem Ausstellungsturm finden Sie dazu interessante Medien und die Wochenthemen zum Mitnehmen.

 

 

 

 

Klimafasten 5. Woche

Woche 5: 18.3.–24.3.2026

Geschenkt. Zeit.

Zeit erfüllend nutzen, für mich – für andere(s)

Wer seine Zeit nur nutzt um Wachstum, Wohlstand und Anerkennung zu erreichen, handelt nicht nachhaltig. Und wer die Gelegenheit hat, Gutes zu tun und es trotzdem nicht tut, der wird vor Gott schuldig. Gott schenkt die Zeit und ich will sie füllen.

JAK, 4, 13-17

Bedeutet mehr arbeiten und dadurch mehr verdienen auch mehr Glück? Das „mehr Glück“ wird u. a. erkauft mit Dienstleistungen und Gütern, die in der Freizeit dafür konsumiert werden müssen. Die Zeit reicht oft gar nicht, all die Güter, all die Freizeitangebote zu nutzen, die wir uns leisten können. Zeit für Gemeinschaft, fürs Ehrenamt, fürs gute Leben wird knapp, an Gütern jedoch haben wir zu viel. Wecken wir doch lieber die Fähigkeiten, die in uns stecken und Lebensfreude schaffen – für uns und andere.

Ein Widerspruch in sich – wer teilt, der gewinnt! Beim Teilen kommt man schnell an seine Grenzen. Aber gerade dann zeigen sich ungeahnte Möglichkeiten. Etwa, wenn man mit einem Projekt an die Öffentlichkeit geht und andere davon profitieren. Oder wenn einer vorprescht, und die andere übernimmt und weiterrennt. Oder wenn der Nachbar die Schere bekommt, wenn die Hecke geschnitten ist. So entsteht eine starke und solidarische Gemeinschaft, bei der aus „Haben“ Teilen wird. Und aus wenig wird genug für alle.

IN DIESER WOCHE

Prüfe ich die Möglichkeiten, die es bei mir vor Ort gibt: fair gehandelte Waren, Unterstützung des Tafelladens, Beitritt zur ökumenischen Initiative „Faire Gemeinde“ o.ä. Was möchte ich nutzen?

Überlege ich: Bin ich bereit, beim Carsharing, Foodsharing oder gemeinsamen Gärtnern mitzumachen? Oder Werkzeuge zu teilen, statt zu kaufen? Welchen ersten Schritt kann ich gehen?

Versuche ich herauszufinden, wo wir gemeinsam ins Handeln kommen können: Welche – auch nicht-kirchlichen – Netzwerke gibt es bereits vor Ort?

 

 

 

Auf unserem Ausstellungsturm finden Sie dazu interessante Medien und die Wochenthemen zum Mitnehmen.

 

 

 

 

Klimafasten 4. Woche

Woche 4: 11.3.–17.3.2026

Gemeinsam. Leben

Wie leben wir Gemeinschaft mit allem Lebendigen?

„Es ist wie bei unserem Körper: Er bildet eine Einheit und besteht doch aus vielen Körperteilen. Nicht alle haben dieselbe Aufgabe. Genauso sind wir alle ein Leib in Christus. Und jeder Einzelne ist auf die anderen angewiesen.“

 

RÖM 12, 4-5

Gemeinschaft lebt vom Miteinander: Wir brauchen einander, lernen voneinander und teilen. Auch Tiere, Pflanzen und Natur gehören zur Schöpfungsgemeinschaft. Nur im Gleichgewicht gelingt gutes Leben. Jede und jeder zählt – ob mit Zeit, Ideen oder Fürsorge. So wächst Gemeinschaft und wir bewahren die Schöpfung für kommende Generationen.

Dort, wo wir reparieren statt wegwerfen, teilen statt horten, gemeinsam gärtnern statt alleine konsumieren, entsteht lebendige Gemeinschaft – und zugleich schützen wir Klima und Mitgeschöpfe. Ob Repaircafé, Nachbarschaftsfest, Carsharing, Gemeinschaftsgarten oder Carearbeit: Wenn wir Dinge gemeinsam nutzen, achtsam leben, füreinander sorgen und Lebensräume schützen, wächst Gemeinsinn. So verbinden sich gelebter Klimaschutz und solidarisches Miteinander.

IN DIESER WOCHE

Erkundige ich mich: Welche nachhaltigen Gemeinschaftsformen gibt es bei mir vor Ort? Was passt zu mir?

Suche ich Netzwerke, die Ökumene, Nachbarschaft und Umweltschutz verbinden. Wo kann ich meinen Handabdruck hinterlassen?

Überlege ich: Welchen ersten Schritt gehe ich, um „Hand in Hand für die ganze Schöpfung“ Gemeinschaft zu gestalten?

 

 

 

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Klimafasten 3. Woche

Woche 3: 4.3.–10.3.2026

Gut. Versorgt.

Vom Gesund-Sein und Sich-Versorgt-Wissen

Der Psalmbeter lobt Gott für sein Handeln in der Welt. Wie gut Mensch und Natur versorgt sind. Gott heilt unsere Wunden. Er schenkt Regen und lässt Gras und Futter für das Vieh wachsen und sättigt die Menschen mit dem besten Weizen. Gott versorgt und heilt.

Psalm 147

Die Vision aus dem Psalm: Frieden und Gerechtigkeit auf Erden. Leben in Fülle. Gott hat alles in seiner Hand. Seine Geschöpfe sind gut versorgt mit allem, was diese zum Leben brauchen. Nahrung, Kleidung, sichere Wohnung dazu Sinn und Halt im Leben. Er selbst heilt zerbrochene Beziehungen. Mit dieser Vision könnten wir in umfassendem Sinne gesund sein. Gesund an Körper und Geist.

Was bedeutet für mich Gesund-Sein?
Wann fühle ich mich wohl und gut versorgt?
Was ist zu viel für meine Gesundheit und die Gesundheit des Planeten?

Wir können uns der Vision nähern. Dabei kommt unserem eigenen Körper eine besondere Bedeutung zu. Das hatte auch schon Paulus erkannt, wenn er an die Korinther schreibt „wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist…“ (1. Korinther 6,19). Er ruft weiter dazu auf Gott mit unserem Leibe zu loben. Das ist mehr als ein antikes Gesundheitsprogramm. Wie wir mit unserem Körper umgehen, hat Einfluss auf die Welt. Wie viel und was nehmen wir zu uns, woher kommen die Lebensmittel? Nicht mehr als genug, bio, regional, pflanzlich? Das hält uns gesund und die Erde auch. Und eine gesunde Erde tut wiederum uns gut.

IN DIESER WOCHE

frage ich mich: Wo ich in meinem Alltag erlebe, dass ich gut versorgt bin?

Wie kann mich der Psalm leiten, meinen Körper und meine Seele gesund zu erhalten?

Wo erlebe ich Brüche zu der Vision aus dem Psalm?

 

 

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